Reguläre Ausdrücke und PHPReguläre Ausdrücke werden gern gemieden, da Sie einfach zu komplex sind. Dennoch lassen sich mit ihnen vielerlei Probleme lösen. Wie man Reguläre Ausdrücke erstellt, und mit PHP anwendet erfahren Sie hier.

Was sind reguläre Ausdrücke und wofür braucht man sie?

Reguläre Ausdrücke sind Muster (Patterns), die auf eine Zeichenkette angewendet werden können, um beispielsweise feststellen zu können, ob die Zeichenkette bestimmten Vorgaben entspricht (nur Zahlen, zwei Wörter, etc.), oder um bestimmte Teile des Textes, die zum Teil variabel sein können, zu ersetzen.

In diesem Tutorial wird erklärt, wie reguläre Ausdrücke aufgebaut sind, was die Metacharaktere (Zeichen mit spezieller Bedeutung) eines Patterns bedeuten, und wie man das ganze in PHP umsetzt. Es werden nur die wichtigsten Teile erklärt, für weiterführende Informationen findet sich am Ende dieses Dokuments eine Linkliste.

Aufbau eines regulären Ausdrucks

Ein gewöhnliches Pattern besteht aus drei Teilen, deren Aufbau an diesem Beispiel dargestellt werden soll:

/pattern/i

Die zwei Schrägstriche sind sog. Delimiter, die den Anfang und das Ende des Pattern kennzeichen. Ein Delimiter darf aus jedem beliebigen nicht-alphanumerischen Zeichen außer dem Zeichen "\" (umgekehrter Schrägstrich) bestehen, so z.B. ein Ausrufezeichen oder ein Prozentzeichen.

Das Pattern an sich ist der Hauptteil, zu welchem wir dann noch kommen werden.

Der letzte Teil besteht aus sog. Modifiern. Sie beeinflussen das ganze Pattern - mehr dazu findet sich im übernächsten Abschnitt.

Reguläre Ausdrücke in PHP

PHP bietet mehrere Funktionen, in denen reguläre Ausdrücke zum Einsatz kommen können. In diesem Dokument sollen nur preg-Funktionen besprochen werden, da sie schneller als ereg-Funktionen sind und die Patterns genauso in Perl und den meisten anderen Anwendungen, die reguläre Ausdrücke unterstützen, benutzt werden können. Diese Funktionen sind ab PHP 3.0.9 verfügbar. Die zwei wichtigsten preg-Funktionen sind:

  • preg_match()

    Syntax:

    int preg_match (string pattern, string subject [, array matches])

    Verwendungsweise:

    "pattern" enthält das Pattern, "subject" enthält die Zeichenkette, auf die das Pattern angewendet werden soll. Der Rückgabewert dieser Funktion ist 1, wenn das Pattern gefunden wurde, ansonsten 0. Ist der letztes Parameter "matches" (ein Array) angegeben, so wird dieser mit Backreferences gefüllt - mehr dazu im Abschnitt "Backreferences".

  • preg_replace()

    Syntax:

    mixed preg_replace (mixed pattern, mixed replacement, mixed subject [, int limit])

    Verwendungsweise:

    "pattern" enthält das Pattern, "replacement" enthält die Zeichenkette, durch die das Pattern ersetzt werden soll. "subject" ist die Zeichenkette, in der nach "pattern" gesucht und ggf. "replacement" dafür eingesetzt wird. Der Rückgabewert der Funktion ist die neue Zeichenkette. "limit" ist optional und kann angegeben werden, um die Anzahl der Ersetzungen zu begrenzen.

Modifier

  • i

    Dies ist der wohl am meisten gebrauchte Modifier. Bei regulären Ausdrücken wird standardmäßig zwischen Groß- und Kleinschreibung unterschieden - dieser Modifier schaltet dies aus.

  • s

    Der s-Modifier veranlasst den Parser dazu, die Zeichenkette, auf die der reguläre Ausdruck angewendet wird, in einzelne Zeilen zu unterteilen - das Pattern wird hierbei also nicht auf die ganze Zeichenkette bezogen, sondern jede Zeile einzeln behandelt

  • m

    Der m-Modifier ist das Komplement zum s-Modifier: Die Zeichenkette wird nicht in Zeilen aufgetrennt, sondern im Ganzen behandelt.

Die Modifier können beliebig kombiniert werden, s und m zusammen machen allerdings wenig Sinn.

Metacharaktere

Metacharaktere stehen für einen bestimmten Teil der Zeichenkette. Die folgende Aufstellung zeigt deren Bedeutungen.

  • .

    Der Punkt steht für jedes beliebige Zeichen, außer einem Zeilenumbruch, wenn der m-Modifier nicht explizit angegeben wurde.

    Beispiel: /./

    Dieser Ausdruck trifft auf jede Zeichenkette zu, die genau ein beliebiges Zeichen an irgendeiner Stelle enthält -

    sie trifft also auf alle Zeichenketten zu, die nicht leer sind.

  • ^

    Der Zirkumflex steht für den Anfang der Zeichenkette.

    Beispiel: /^a/i

    Trifft auf alle Zeichenketten zu, die mit einem kleinen oder großen "a" beginnen.

  • $

    Das Dollarzeichen ist das Gegenteil zum Zirkumflex, es steht für das Ende der Zeichenkette.

    Beispiel 1: /a$/

    Trifft auf alle Zeichenketten zu, die ein kleines "a" am Ende einer Zeile haben.

    Beispiel 2: /a$/m

    Trifft auf alle Zeichenketten zu, die an ihrem Ende ein kleines "a" haben.

  • |

    Dieses Zeichen wird verwendet, um Alternativen anzugeben (oder).

    Beispiel: /^a|b$/

    Trifft auf alle Zeichenketten zu, die aus genau einem kleinen "a" oder genau einem kleinen "b" bestehen.

  • ( )

    Die runden Klammern können benutzt werden, um Teile des Patterns zusammenzufassen und von anderen abzugrenzen.

    Beispiel 1: /^a(b|z$)/

    Trifft auf die Zeichenketten "ab" und "az" zu.

    Beispiel 2: /^(a|b)(c|d)$/

    Trifft auf die Zeichenketten "ac", "ad", "bc" und "bd" zu.

    Beispiel 3:/^(a(b|c)|def)$/

    Klammern können beliebig geschachtelt werden, dieser Ausdruck trifft daher auf die Zeichenketten

    "ab", "ac" oder "def" zu.

  • [ ]

    Die eckigen Klammern dienen zur Angabe von Zeichenklassen, mehr dazu im entsprechenden Abschnitt.

  • { }

    Die geschweiften Klammern dienen zur numerischen Angabe von Zeichenanzahlen, wir werden sie im folgenden Abschnitt "Quantifier" besprechen.

Soll ein Zeichen nicht als Metacharakter (hierzu zählt auch der gewählte Delimiter), sondern als normales Zeichen aufgefasst werden, so ist diesem Zeichen ein umgekehrter Schrägstrich (Backslash) voranzustellen:

Beispiel: /\(abc\)/

Dieser Ausdruck trifft auf jede Zeichenkette zu, die "(abc)" enthält.

Quantifier

Mit Quantifiern ist es möglich, eine minimale, maximale oder exakte Anzahl für ein oder mehrere Zeichen festzulegen. Wir kein Quantifier angegeben, so wird angenommen, dass das Zeichen genau einmal vorkommen muss.

Standard-Quantifier sind:

  • *

    Der Stern steht für Anzahlen von 0 oder mehr.

    Beispiel: /.*/

    Trifft auf jede beliebige Zeichenkette (auch eine leere) zu.

  • +

    Das Pluszeichen steht für Anzahlen von 1 oder mehr.

    Beispiel: /a+/

    Steht für eine Zeichenkette mit mindestens einem "a".

  • ?

    Das Fragezeichen steht für Anzahlen von 0 oder exakt 1.

    Beispiel:/^(abc)?$/

    Steht für "abc" oder eine leere Zeichenkette, nicht aber für "abcabc".

  • {n}

    Steht für eine Anzahl von genau n Zeichen.

    Beispiel: /a{6}/

    Steht für exakt sechs "a".

  • {n,}

    Steht für eine Anzahl von mindestens n Zeichen

    Beispiel: /a{1,}/

    Steht für mindestens ein "a" und ist somit äquivalent zu den Ausdrücken /a/ und /a+/.

  • {n,m}

    Steht für eine Anzahl von mindestens n, aber höchstens m Zeichen.

    Beispiel: /a{2,4}/

    Trifft auf alle Zeichenketten zu, die 2, 3 oder 4 "a" hintereinander haben.

Standardmäßig versuchen die Quantifier, auf einen so großen Text wie möglich zu passen. Dies kann zu Problemen führen: Angenommen es liegt eine Zeichenkette $str = "[b]text[/b]text[b]text[/b]" vor, und wir möchten daraus "<b>text</b>text<b>text</b>" machen. Versuchen wir es folgendermaßen:

$str = preg_replace("!\[b\](.*)\[/b\]!","<b>text</b>",$str);

so erhalten wir als Ergebnis "<b>text[/b]text[b]text</b>" - nicht ganz das, was wir wollten. Um dieses Verhalten abzustellen, setzen wir hinter den Quantifier ein Fragezeichen "?":

$str = preg_replace("!\[b\](.*?)\[/b\]!","<b>text</b>",$str);

und das gewünschte Ergebnis ist erreicht! Jeder der oben beschriebenen Quantifier kann durch ein angehängtes "?" zu diesem Verhalten bewegt werden, so z.B. {1,4}? oder +?.

Charakterklassen

Eine Auswahl von erlaubten Zeichen kann in eckigen Klammern angegeben werden:

/^a[bc]$/ trifft beispielsweise auf "ab" oder "ac" zu.

In einer Charakterklasse haben zwei Zeichen eine Sonderbedeutung: Ein vorangestelltes "^" bedeutet in diesem Kontext eine Negierung der angegebenen Zeichen - man kann auch sagen, dass dann nur die komplementären Zeichen gelten.

/^a[^bc]$/ trifft also auf alles außer "ab" und "ac"zu.

Das zweite Zeichen mit Sonderbedeutung ist der Bindestrich "-". Zwischen zwei Zeichen eingesetzt, gibt er eine Reichweite an. Beispiele hierzu:

/^[a-zA-Z]+$/ trifft also auf alle Zeichenketten mit Groß- und Kleinbuchstaben, aber ohne Zahlen zu.

/^[a-Z]+$/ bewirkt das gleiche, ist jedoch aufgrund der unterschiedlichen Zeichendisponierung bei verschiedenen Systemen unsicher.

Backreferences

Backreferences sind Rückbezüge, sie beziehen sich also auf einen vorangegangenen Teil des Patterns (in runden Klammern) und enthalten deren Inhalt. Es gibt zwei Syntaxes, die neuere davon ist $n, wobei n für die n-te Klammerngruppe steht.

Beispiel:

!(<b>|<i>)(.*?)(</$1>)! trifft auf "<b>text</b>" und "<i>text</i>" zu, aber nicht auf "<b>text</i>".

Am nützlichsten sind Backreferences jedoch bei Ersetzungsoperationen mit preg_replace():

$str = preg_replace("!-anfang-(.*?)-ende-!","<anfang>$1<ende>",$str);

Dieses Konstrukt würde also z.B. die Zeichenkette "-anfang-text hier-ende-" durch "<anfang>text hier<ende>" ersetzen.

Erweiterte Patterns

Erweiterte Patterns bestehen aus runden Klammern, einem Fragezeichen am Anfang, einem dem Fragezeichen folgenden Operator ound dem Pattern xxxan sich: (?oxxx)

Die nützlichsten hierbei sind:

  • (?:xxx)

    Verhält sich wie eine normale Klammerngruppe, erzeugt jedoch keine Backreference.

    Beispiel: /(?:ab)(cd)/

    $1enhält nun die Zeichenkette "cd".

  • (?!xxx)

    Negiert das angegebene Pattern und wirkt sich auf das vorangehende aus.

    Beispiel: /text1(?!text2)/

    Trifft auf eine Zeichenkette zu, die "text1" enthält, aber kein "text2" danach.

  • (?<!xxx)

    Negiert das angegebene Pattern und wirkt sich auf das nachfolgende aus.

    Beispiel:/(?<!text1)text2/

    Trifft auf eine Zeichenkette zu, die "text2" enthält, aber nur, wenn "text1" nicht davor kommt.

Anwendungsbeispiele

  • Postleitzahlencheck (Deutschland)

    Ein sehr einfaches Beispiel. Eine deutsche Postleitzahl besteht immer aus genau 5 Ziffern:

    /^[0-9]{5}$/

  • eMail-Adressencheck

    Hierzu lassen sich recht komplexe Ansätze entwerfen. Eine eMail-Adresse darf nur aus Buchstaben, Ziffern, Bindestrichen, Unterstrichen, Punkten und einem "@" als Trenner bestehen. Die Toplevel-Domains sind ebenfalls festgelegt.

    Fangen wir also mit einem "@" als Trenner und den erlaubten Zeichen davor und danach an:

    /[\.a-z0-9_-]+@[\.a-z0-9-]+/i

    [Bemerkungen:

    1) Die Kleinbuchstaben reichen aus, da wir ja den i-Modifier angegeben haben

    2) Der Bindestrich muss hier auch nicht extra maskiert werden, da er am Ende der Charakterklasse steht.]

    Nach dem "@"dürfen allerdings keine Punkte oder Unterstriche sein - genausowenig wie ein Punkt direkt am Anfang der Adresse - also verbieten wir sie dort und bauen noch die Domains ein:

    /[a-z0-9_-]+(\.[a-z0-9_-]+)*@([0-9a-z][0-9a-z-]*[0-9a-z]\.)+([a-z]{2,4}|museum)/i

  • Zeilenumbrüche konvertieren

    Linux/Unix, der MacIntosh und Windows haben verschiedene Zeilenumbrüche:

    • Linux/Unix: \noder \012 in Oktalschreibweise
    • MacIntosh: \r oder \015 in Oktalschreibweise
    • Windows: \r\n oder \015\012 in Oktalschreibweise

    Es ist wünschenswert, diese zu vereinheitlichen - die Funktion nl2br() von PHP wandelt z.B. nur \n in HTML-Zeilenumbrüche (<br>) um. Dies erreichen wir mit folgendem Konstrukt:

    $str = preg_replace("!(\r\n)|(\r)!","\n",$str);

Dies war nun ein kleiner Ausschnitt aus den Anwendungsmöglichkeiten von regulären Ausdrücken. Es gibt noch viele weitere - dies soll jedoch dem Leser als Übung überlassen werden.

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